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ATEX

ATEX für Maschine und Anlage

Wir erstellen und prüfen Explosionsschutz-Dokumentation für Anlagenbereiche mit brennbaren Gasen/Dämpfen oder Stäuben. Fokus: nachvollziehbare Zoneneinteilung, Bewertung von Zündgefahren, technische und organisatorische Maßnahmen und klare Restrisiken im Betrieb.

Typische Anwendungsfälle

🧪 Lösemittelhandling

Befüllen, Entleeren, Reinigen von Behältern und Anlagen

💨 Absaugungen, Filter, Behälter

Rohrleitungen, Lüftungssysteme, Prozessbehälter

🏭 Pulverhandling/Staub

Big-Bag, Mischer, Siebe, Förderer, Schüttgutanlagen

⚗️ Inertisierung/Spülen

Emissionsquellen, Leckage-Szenarien, Schutzgasanlagen

Was ist Explosionsschutz?

Eine Explosion ist eine schnell ablaufende Zerfallsreaktion oder Oxidationsreaktion mit plötzlichem Anstieg der Temperatur und des Druckes. Der Explosionsschutz ist ein Teilgebiet der Sicherheitstechnik (Technik, Anlagensicherheit).

⚠️ Wichtige Unterscheidung: Betreiber vs. Hersteller

Im Explosionsschutz gibt es zwei unterschiedliche Regelwerke, die oft verwechselt werden:

ATEX 137 (Betriebsrichtlinie)

Richtlinie 1999/92/EG → umgesetzt in BetrSichV

Für: Betreiber von Anlagen

  • Zoneneinteilung vornehmen
  • Explosionsschutzdokument erstellen
  • Gefährdungsbeurteilung durchführen
  • Organisatorische Maßnahmen festlegen
  • Prüfkonzept entwickeln

✅ Das bietet DSS-Siegmund an!

ATEX 95 (Produktrichtlinie)

Richtlinie 2014/34/EU

Für: Hersteller von Ex-Geräten

  • Geräte-Zertifizierung (Ex d, Ex e, Ex i, etc.)
  • Baumusterprüfung durch Benannte Stelle
  • CE-Kennzeichnung für Ex-Geräte
  • Konformitätserklärung nach ATEX 95

ℹ️ Nur bei Bedarf in Kooperation mit Benannten Stellen

Unser Schwerpunkt:

DSS-Siegmund unterstützt Sie als Betreiber bei Ihren Pflichten nach BetrSichV (ATEX 137): Zoneneinteilung, Explosionsschutzdokumente, Gefährdungsbeurteilungen und Prüfkonzepte. Für Hersteller-Zertifizierungen (ATEX 95) arbeiten wir bei Bedarf mit Benannten Stellen zusammen.

Der Anlagenbetreiber fertigt ein Explosionsschutzdokument an um die Anforderungen der BetrSichV zu erfüllen. Es werden effektive technische und organisatorische Explosionsschutz Maßnahmen an der betreffenden Industrieanlage nachgewiesen. Hierzu werden Risikobeurteilungen / Gefährdungsbeurteilungen für die relevanten Anlagen durchgeführt.

Man unterscheidet zwischen primären, sekundären und tertiärem Explosionsschutz.

Der primäre Ex-Schutz beinhaltet alle Maßnahmen die eine Bildung einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre verhindern. Unter sekundärem Ex-Schutz versteht man alle Vorkehrungen die das Zünden einer gefährlichen Ex-Atmosphäre verhindern.

Bei dem tertiären Ex-Schutz werden die konstruktiven Maßnahmen behandelt. Diese sind dann notwendig, wenn eine Zündung eines gefährlichen Ex-Gemisches nicht ausreichend sicher verhindert werden kann.

Hierzu gehören:

  • eine druckfeste oder druckstoßfeste Bauweise
  • Druckentlastungs- und Druckausgleicheinrichtungen
  • Explosionsunterdrückung durch Löscheinrichtungen
  • Gefährdungsbeurteilung für den Schutz vor Explosionen
  • Erstellen eines Explosionsschutzdokumentes und Erstellen eines Explosionsschutzkonzeptes. Das Explosionsschutzdokument muss für die Anlagen nach BetrSichV durch den Betreiber vor der Inbetriebnahme erfolgen.
  • Erstellung von Explosionsschutzgutachten / Sachverständigengutachten / Gerichtsgutachten ( u.a. Elektrostatik, Gasexplosion, Staubexplosion, Zündbereiche, Lüftung)
  • Erstellung von Unterlagen für Konformitätserklärungen (ATEX 95) in Zusammenarbeit mit dem Betreiber
  • Risikoanalysen nach EN 1127-1 und Zündgefahrenbewertungen nach EN 13463-1

Explosionsschutzaufgaben (Prüfung, Beratung Dokumentation) wurden für eine große Anzahl von Anlagen:

  • in der Chemieindustrie,
  • holzverarbeitende Industrie,
  • Lackieranlagen,
  • Mühlen (Mehl, Zucker),
  • Lageranlagen,
  • Biogasanlagen und sonstiger Industrieanlagen,

als befähigte Person nach BetrSichV Anhang 4 Abs. 3.8, für den Explosionsschutz durchgeführt.

Ex-Zonen: Einteilung und Bedeutung

Die Einteilung in Ex-Zonen erfolgt aufgrund der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre.

Zonen für brennbare Gase, Dämpfe und Nebel

ZoneBeschreibungHäufigkeit
Zone 0Gefährliche Ex-Atmosphäre ständig, langzeitig oder häufig vorhandenDauerhaft / > 1000 h/Jahr
Zone 1Gefährliche Ex-Atmosphäre gelegentlich im NormalbetriebGelegentlich / 10-1000 h/Jahr
Zone 2Gefährliche Ex-Atmosphäre nur selten und kurzzeitigSelten / < 10 h/Jahr

Zonen für brennbare Stäube

ZoneBeschreibungHäufigkeit
Zone 20Gefährliche Ex-Atmosphäre in Form einer Staubwolke ständig oder langzeitigDauerhaft
Zone 21Gefährliche Ex-Atmosphäre gelegentlich als StaubwolkeGelegentlich
Zone 22Gefährliche Ex-Atmosphäre selten und nur kurzzeitig als StaubwolkeSelten

Zündquellen und Mindestzündenergie

Zur Zündung einer explosionsfähigen Atmosphäre wird die Zufuhr einer ausreichenden Energie benötigt.

Typische Mindestzündenergien:

  • Wasserstoff: ca. 0,02 mJ (sehr niedrig!)
  • Methan: ca. 0,28 mJ
  • Benzin-Dämpfe: ca. 0,24 mJ
  • Mehlstaub: ca. 10-30 mJ
  • Holzstaub: ca. 10-100 mJ
  • Aluminiumstaub: ca. 10-50 mJ

Mögliche Zündquellen nach EN 1127-1:

⚡ Elektrische Zündquellen
  • Funken an elektrischen Kontakten
  • Elektrostatische Entladungen
  • Kathodischer Korrosionsschutz
  • Blitzschlag
🔥 Thermische Zündquellen
  • Heiße Oberflächen
  • Heiße Gase und Flüssigkeiten
  • Selbstentzündung von Stäuben
  • Adiabatische Kompression
⚙️ Mechanische Zündquellen
  • Mechanische Funken (Schlag, Reibung)
  • Reibungswärme
  • Schlagfunken
  • Ultraschall
💥 Chemische Zündquellen
  • Exotherme Reaktionen
  • Flammen und heiße Gase
  • Selbstentzündung

Organisatorische Explosionsschutzmaßnahmen

Neben technischen Maßnahmen sind organisatorische Vorkehrungen essentiell für einen wirksamen Explosionsschutz:

Dokumentation & Planung

  • Explosionsschutzdokument erstellen und aktualisieren
  • Zonenpläne erstellen und kennzeichnen
  • Betriebsanweisungen für Ex-Bereiche
  • Prüfung und Wartungspläne festlegen

Schulung & Unterweisung

  • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen
  • Unterweisung für Ex-Bereiche
  • Koordination mit Fremdfirmen
  • Notfall- und Räumungsübungen

Prüfung & Wartung

  • Prüfung vor Inbetriebnahme
  • Wiederkehrende Prüfungen durch befähigte Person
  • Wartung von Ex-Schutzeinrichtungen
  • Dokumentation aller Prüfungen

Arbeitsfreigabe & Erlaubnis

  • Erlaubnisscheinverfahren für Feuergefährliche Arbeiten
  • Heißarbeits-Genehmigungen
  • Freimess- und Freigabeverfahren
  • Kontrollierte Zugangsregelungen

Prüfkonzept für Ex-Anlagen

Regelmäßige Prüfungen nach BetrSichV:

Prüfung vor Inbetriebnahme

Prüfung durch befähigte Person oder ZÜS vor erstmaliger Inbetriebnahme oder nach wesentlicher Änderung

Wiederkehrende Prüfungen

Prüffristen abhängig von Gefährdungsbeurteilung, typisch: jährlich bis alle 3 Jahre

Prüfung nach außergewöhnlichen Ereignissen

Nach Unfällen, Schäden, Naturereignissen oder längerem Stillstand

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

So läuft's ab

1

Stoffdaten & Betriebszustände

SDB auswerten, Temperaturen, Drücke, Mengenströme und Stoffeigenschaften (Flammpunkt, Explosionsgrenzen) erfassen.

2

Freisetzungsgrade/Quellen

Freisetzungsquellen identifizieren und bewerten: normal/selten/störungsbedingt (Grundlage für Zoneneinteilung).

3

Zoneneinteilung

Ex-Zonen klassifizieren (0/1/2 für Gase bzw. 20/21/22 für Stäube) basierend auf Häufigkeit und Dauer.

4

Zündgefahrenbewertung

Zündquellen systematisch prüfen: elektrische Betriebsmittel, heiße Oberflächen, Elektrostatik, mechanische Funken.

5

Maßnahmenpaket

Primäre, sekundäre, tertiäre Schutzmaßnahmen definieren plus organisatorische Maßnahmen (Schulung, Prüfung).

6

Dokumentation & Prüfkonzept

Explosionsschutzdokument erstellen, Betriebsanweisungen formulieren, Prüfintervalle und Unterweisungen festlegen.

Was erhalten Sie von uns?

Explosionsschutzdokument

Strukturierter Bericht mit Gefährdungsbeurteilung, Zoneneinteilung und Maßnahmen

Zoneneinteilungsplan

Textliche Beschreibung plus Layout-Markierung der Ex-Zonen (falls Layout vorhanden)

Zündquellen-/Zündgefahrenbewertung

Systematische Bewertung aller Zündquellen inkl. Maßnahmenliste und Verantwortlichkeiten

Betrieb/Organisation-Anforderungen

Vorgaben für Unterweisung, Instandhaltung, Prüfanforderungen, Betriebsanweisungen

Bestandscheck (optional)

Prüfung vorhandener Geräte-/Betriebsmittel-Kennzeichnung auf Zonen-Eignung

Welche Unterlagen werden benötigt?

Für eine fundierte Ex-Schutz-Bewertung benötigen wir:

  • Sicherheitsdatenblätter (SDB) aller relevanten Stoffe
  • Prozessbeschreibung (Betriebsarten, Reinigungen, Störungen, Leckage-Szenarien)
  • Layout/Ex-Bereich-Skizze, Lüftung/Absaugung (falls vorhanden)
  • Anlagen-/Rohrleitungsplan (wenn vorhanden)
  • Liste eingesetzter Betriebsmittel im Ex-Bereich (elektrisch/mechanisch)
  • Messwerte/Erfahrungen (z.B. Konzentrationsmessungen) – falls vorhanden

Haben Sie Fragen zu unseren Dienstleistungen?

Unser kompetentes Team ist für Sie da.

Wir sind Dienstleister für CE-Kennzeichnung und Beratung im Bereich Maschinen, Anlagen und Umbauten. Unsere Tätigkeit erstreckt sich über das gesamte Bundesgebiet und den angrenzenden deutschsprachigen Raum und wird durch langjährige Erfahrung im Maschinenbau und der damit verbundenen Sicherheitstechnik geprägt.

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